Bitcoin-Qt

Bitcoin-Qt war der Name des grafischen Bitcoin-Clients von Version 0.5.0 bis zur Umbenennung der Software in Bitcoin Core mit Version 0.9.0. Es handelt sich nicht um eine eigenständige aktuelle Wallet: Auch moderne Bitcoin-Core-Versionen verwenden bitcoin-qt als Namen der grafischen Anwendung.[1][2]
Namensgeschichte
Satoshi Nakamoto veröffentlichte 2009 die ursprüngliche Bitcoin-Software. Die mit Version 0.5.0 im November 2011 eingeführte Qt-Oberfläche ersetzte die frühere wxWidgets-Oberfläche; diese Versionen hießen Bitcoin-Qt.[1] Version 0.9.0 führte den Namen Bitcoin Core ein, um Softwareprojekt, Netzwerk und Währung klarer zu unterscheiden.[2] Der Programmname bitcoin-qt blieb erhalten; bitcoind bezeichnet den Dienst ohne grafische Oberfläche.
Heutige Funktion
Bitcoin Core ist quelloffene Software mit einem vollständig validierenden Bitcoin-Knoten und einer optionalen Wallet. Der Knoten prüft Blöcke und Transaktionen selbst und kann gültige Daten weiterleiten. Die Erstsynchronisierung benötigt deshalb erheblichen Speicherplatz, Bandbreite und Zeit. Pruning verringert die dauerhaft gespeicherten Blockdaten, macht Bitcoin Core aber nicht zu einem Leichtclient.[3][4]
Bitcoin Core ist kein „offizieller Client“ unter Kontrolle der Bitcoin Foundation. Jeder kann Änderungen vorschlagen, prüfen oder testen. Maintainer führen öffentlich begutachtete Änderungen zusammen; Nutzer entscheiden selbst, welche Software und Regeln sie ausführen.[5]
Programme und Architektur
Bitcoin Core wird als Gruppe zusammengehöriger Programme ausgeliefert und ist nicht nur eine Desktop-Wallet. bitcoin-qt verbindet Knoten und Wallet mit einer grafischen Oberfläche; bitcoind führt Knoten und Wallet als Hintergrunddienst aus; bitcoin-cli sendet RPC-Aufrufe an eine laufende Instanz. Hinzu kommen bitcoin-tx zur Bearbeitung von Transaktionen, bitcoin-wallet zur Wallet-Wartung und weitere Werkzeuge.[6]
Die grafische Anwendung ersetzt die Validierungslogik nicht. Sie zeigt Knotenstatus, Peers, Synchronisierung und Transaktionsverlauf an und bietet Funktionen zum Senden, Empfangen, Festlegen von Gebühren und Verwalten von Wallets. Betreiber ohne Desktop-Oberfläche verwenden häufig bitcoind.
Validierung, Synchronisierung und Pruning
Ein neuer Knoten lädt Blockdaten herunter und prüft Arbeitsnachweise, Transaktionsstruktur und die anwendbaren Konsensregeln selbst. Die Chainstate-Datenbank enthält die aktuell nicht ausgegebenen Transaktionsausgänge, die zur Prüfung späterer Transaktionen erforderlich sind. Diese unabhängige Prüfung verringert das Vertrauen in fremde Server, benötigt aber mehr Zeit, Bandbreite und Speicherplatz.[6]
Das mit Bitcoin Core 0.11 eingeführte Block-Pruning erlaubt einem vollständig validierenden Knoten, ältere Rohblock- und Undo-Dateien nach Aufbau von Blockindex und UTXO-Satz zu löschen. Pruning spart Speicher, überspringt aber keine Validierung. Vorgänge mit alten Blockdaten, etwa bestimmte Rescans oder historische Abfragen, können eingeschränkt sein; spätere Versionen ermöglichten Wallets im Pruning-Modus.[7][8]
Wallets und Transaktionen
Die Wallet verwaltet Schlüssel oder Signaturrichtlinien und die von ihr ausgebbaren Transaktionsausgänge. Ein angezeigtes Guthaben ist daher die Summe mehrerer nicht ausgegebener Transaktionsausgänge (UTXOs), nicht ein einzelner Betrag an einer Adresse. Übersteigen ausgewählte UTXOs Zahlung und Gebühr, erzeugt die Transaktion gewöhnlich einen Wechselgeldausgang an ein von der Wallet kontrolliertes Skript. Dieses Wechselgeld ist weder eine zweite Gebühr noch eine Zahlung an einen Fremden.[9]
Die Erzeugung von Adressen und der Umgang mit Wechselgeld machen Wallet-Sicherung und Schlüsselverwaltung wichtig. Moderne Wallets können viele Empfangs- und Wechselgeldskripte aus gespeicherten Deskriptoren ableiten. Eine aktive Wallet-Datenbank sollte nicht wie eine gewöhnliche Datei kopiert werden; die Projektdokumentation empfiehlt die koordinierte Wallet-Backup-Funktion.[6]
Bitcoin Core 0.15 führte Multiwallet-Unterstützung ein. Deskriptor-Wallets erschienen in 0.21 zunächst experimentell, wurden in 23.0 Standard für neue Wallets und ersetzten in Version 30.0 die alten Berkeley-DB-Wallets. Deskriptoren beschreiben ausdrücklich die von einer Wallet beobachteten Skripte und Schlüssel und verwenden SQLite. Viele alte Bitcoin-Qt-Anleitungen zu Backup, Import und Wiederherstellung gelten deshalb nur für bestimmte Versionen.[10][11][12][13]
Download und Sicherheit
Aktuelle Software sollte ausschließlich über das Bitcoin-Core-Projekt bezogen werden, nicht von Seiten oder Spiegelservern mit „Bitcoin-Qt“-Downloads. Die offizielle Downloadseite veröffentlicht SHA-256-Prüfsummen und Signaturen sowie Anleitungen zu deren Prüfung.[14] Wallet-Daten müssen gesichert und der Rechner gegen Schadsoftware geschützt werden. Alte Bitcoin-Qt-Anleitungen können veraltete Versionen oder Wiederherstellungsschritte beschreiben.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Bitcoin Core version 0.5.0 released, Bitcoin.org, 21. November 2011.
- ↑ 2,0 2,1 Bitcoin Core version 0.9.0 released, Bitcoin.org, 19. März 2014.
- ↑ About Bitcoin Core, Bitcoin Core, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Bitcoin Core wallet overview, Bitcoin.org, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Contributing to Bitcoin Core, Bitcoin-Core-Repository, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Bitcoin Core file system and installed files, Bitcoin-Core-Repository, abgerufen am 28. August 2026.
- ↑ Bitcoin Core 0.11.0 release notes, Bitcoin Core.
- ↑ Bitcoin Core 0.12.0 release notes, Bitcoin Core.
- ↑ Transactions, Bitcoin Developer Guide.
- ↑ Bitcoin Core 0.15.0 release notes, Bitcoin Core.
- ↑ Bitcoin Core 0.21.0 release notes, Bitcoin Core.
- ↑ Bitcoin Core 23.0 release notes, Bitcoin Core.
- ↑ Bitcoin Core 30.0 release notes, Bitcoin Core.
- ↑ Download Bitcoin Core, Bitcoin Core, abgerufen am 28. August 2026.