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David Schwartz

Aus BitcoinWiki
David Schwartz
David Schwartz.

David Schwartz ist ein US-amerikanischer Softwareentwickler und Kryptograf sowie einer der drei ursprünglichen Architekten des XRP Ledger. Am 29. Oktober 2026 führt Ripple ihn als Vorstandsmitglied; Veranstaltungsunterlagen von 2026 verwenden den Titel CTO Emeritus. Er ist nicht mehr operativer Technikchef des Unternehmens.[1][2][3]

XRP Ledger

2011 begannen Schwartz, Jed McCaleb und Arthur Britto mit der Entwicklung des späteren XRP Ledger. Das Ledger startete im Juni 2012. Anschließend übertrugen die Gründer 80 Milliarden der 100 Milliarden erzeugten XRP an das Unternehmen NewCoin, das bald OpenCoin hieß. Schwartz war Chief Cryptography Officer von OpenCoin.[4]

Die eigene Geschichte des Projekts unterscheidet die Entwicklung des Ledgers von der Gründung des Unternehmens. Sie datiert die Gründung des Unternehmens NewCoin auf September 2012, nach dem Start des Ledgers, und nennt Chris Larsen als CEO, McCaleb als CTO, Schwartz als Chief Cryptography Officer und Britto als Berater. Schwartz’ späterer CTO-Titel sollte nicht rückwirkend auf alle diese früheren Funktionen übertragen werden.[5]

Laufbahn bei Ripple

Im Juli 2018 wurde Schwartz Chief Technology Officer von Ripple. Im September 2025 kündigte er an, sich zum Jahresende aus dem Tagesgeschäft zurückzuziehen, CTO Emeritus zu werden und in den Vorstand einzutreten. Die aktuelle Führungsseite nennt ihn nur im Vorstand; Dennis Jarosch übernahm die technische Leitung.[6]

Frühere technische Arbeit

In einem Block-Stars-Rückblick aus dem Jahr 2020 mit Stefan Thomas beschrieb Ripple Schwartz als erfahrenen C++-Entwickler, der mit Bitcoin Core experimentiert und frühen Mitwirkenden im Bitcoin-Forum geholfen hatte. Das Interview brachte ihr Interesse an einem neuen Ledger mit vorgeschlagenen Änderungen an Bitcoin in Verbindung, die eine schwierige Abstimmung über Hard Forks erfordert hätten. Dies ist ein rückblickender Bericht über seine technischen Interessen und kein Beleg dafür, dass er Bitcoin geschaffen oder in diesem Projekt eine formelle Führungsrolle innegehabt hätte.[7]

Vor dem XRP Ledger arbeitete Schwartz an verteilten Computersystemen und weiterer Software. Eine 1988 eingereichte Patentanmeldung von David J. Schwartz für David Schwartz Enterprises beschrieb ein mehrstufiges System zur Verteilung von Rechenaufgaben; US-Patent 5.025.369 wurde 1991 erteilt. Unter dem Namen JoelKatz veröffentlicht er außerdem Code.[8][9]

Das Patent beschreibt, wie eine Rechenaufgabe in Teilaufgaben zerlegt und auf verfügbare, hierarchisch angeordnete Computer verteilt wird. Arbeit, die auf einer Ebene nicht bewältigt werden kann, kann an eine andere weitergegeben werden. Gegenstand ist die kooperative verteilte Datenverarbeitung; das Patent beschreibt weder einen XRP-Token noch ein Kryptowährungs-Ledger oder das spätere XRPL-Konsensdesign. Anmelde- und Erteilungsdatum grenzen die frühere Erfindung von seiner späteren Arbeit an einem Zahlungsnetzwerk ab.[10]

Arbeit am Konsensverfahren

Schwartz verfasste 2014 gemeinsam mit Noah Youngs und Arthur Britto die Arbeit The Ripple Protocol Consensus Algorithm. Sie beschrieb eine frühe Form des Verfahrens mit überlappenden Gruppen vertrauenswürdiger Validatoren. Das heute bereitgestellte Dokument warnt, dass es nicht den aktuellen Stand des Ledger-Protokolls darstellt, und verweist für aktualisierte Sicherheits- und Fortschrittsbedingungen auf eine Analyse von 2018.[11][12]

Im heutigen Modell wählt jeder Server Validatoren, denen er zutraut, nicht gemeinsam zu betrügen; diese Auswahl heißt üblicherweise Unique Node List. Validatoren tauschen Vorschläge für die nächste Ledger-Version aus. Ein Server bestätigt das Ergebnis, wenn die erforderlichen Überlappungs- und Zustimmungsschwellen erreicht sind. Scheitert die Einigung, soll das System eher anhalten als auseinanderlaufende Ledger zu bestätigen.[13]

Die Trennung zwischen historischer Arbeit und weiterentwickeltem Protokoll ist für die Einordnung wichtig. Schwartz war ein ursprünglicher Designer und Mitautor einer frühen Erklärung; das heutige Verhalten wird jedoch durch ausgeführte Open-Source-Software, Validator-Konfiguration und spätere Forschung bestimmt.

Die spätere Analyse stammt von Brad Chase und Ethan MacBrough, nicht von den drei Autoren des Papiers von 2014. Sie untersucht, unter welchen Bedingungen das Protokoll trotz potenziell fehlerhafter Teilnehmer und unterschiedlicher Listen vertrauenswürdiger Knoten Sicherheit und Fortschritt (Liveness) gewährleistet. Dies sind bedingte Protokolleigenschaften, die von den genannten Annahmen abhängen; die historische Mitautorenschaft von Schwartz sollte keines der beiden Papiere zu einer bedingungslosen Garantie für jede Netzwerkkonfiguration machen.[14]

Öffentliche technische Tätigkeit

Das verifizierte GitHub-Profil JoelKatz verbindet Schwartz mit öffentlichen Repositories und technischen Experimenten. Es belegt das Pseudonym und öffentliche Entwicklungsarbeit, aber nicht, dass er allein jede Komponente des XRP Ledger geschaffen hat.[9]

Ausgewählte Protokollvorschläge

Schwartz ist neben Aanchal Malhotra und Nikolaos D. Bougalis als Mitautor von XLS-20 genannt, dem Vorschlag für native Unterstützung nicht fungibler Token. Die Spezifikation ist auf den 24. Mai 2021 datiert und beschreibt Ledger-Objekte sowie Transaktionsvorgänge zum Erstellen, Halten, Übertragen und Zerstören einzelner Token. Dies ist ein konkretes Beispiel für seine spätere Arbeit am Protokolldesign und wahrt zugleich die Unterscheidung zwischen der Urheberschaft eines Vorschlags, seiner Implementierung und der Entscheidung des Netzwerks, eine Funktion zu aktivieren.[15]

XLS-30 nennt in der auf den 30. Juni 2022 datierten Fassung Malhotra und Schwartz als Mitautoren des Vorschlags für einen automatisierten Market Maker. Beschrieben werden Liquiditätspools, die in die bestehende Orderbuchbörse des Ledgers integriert sind, Pool-Anteil-Token und ein Auktionsmechanismus, der dem Inhaber eines Auktionsplatzes vergünstigte Handelsgebühren bietet. Das Design ist eine Protokollfunktion und keine separate, von Schwartz betriebene Börse. Die Einführung der XRPL-Community vom März 2024 würdigt den Vorschlag sowie die anschließende Arbeit und Rückmeldungen zahlreicher Mitwirkender; die Mitautorenschaft bedeutet nicht, dass die beiden Autoren allein die Funktion entwickelt oder eingeführt hätten.[16][17]

Ripple, XRP und XRP Ledger

Ripple ist ein Unternehmen, XRP Ledger ein quelloffenes Netzwerk und XRP dessen nativer Vermögenswert. Schwartz' Beitrag zum Entwurf des Ledgers bedeutet keine alleinige Kontrolle über das Netzwerk. Seine heutige Vorstandsrolle ist von seinem früheren Führungsposten zu unterscheiden.

Ein Designvorschlag oder eine berufliche Position bei Ripple aktiviert für sich genommen keine Änderung am XRP Ledger. Das dokumentierte Änderungsverfahren setzt zunächst eine Implementierung in der Server-Software voraus und anschließend zwei Wochen anhaltende Unterstützung durch eine Supermehrheit der vertrauenswürdigen Validatoren. Validator-Betreiber konfigurieren die Stimmen zu Änderungen; einzelne Server können eine Netzwerkänderung nicht einfach selbst aktivieren. So wird Schwartz’ Einfluss als Ingenieur und öffentlicher Fürsprecher vom Aktivierungsmechanismus des Protokolls unterschieden.[18]

Einzelnachweise